Erfahrungsbericht: Felsbergsteigerkurs in Orpierre
Einblick in drei Tage Mehrseillängen, Seiltechniken, Orientierung und Tourenplanung in Orpierre.
Erfahrungsbericht: Felsbergsteigerkurs Orpierre – Frühjahr 2025
An den eindrucksvollen Kalkwänden von Orpierre in den Hautes-Alpes begann die Frühjahrskohorte der EDLM-Bergsteigerausbildung. Vom Donnerstagabend bis Sonntag standen drei intensive Lerntage für Felsbewegung, Mehrseillängen und mehr Eigenverantwortung im alpinen Gelände auf dem Programm.
Ein gemeinsamer Start mit dem ganzen Team 👥
Das EDLM-Team war mit fünf Bergführern dabei: Ludo, Rémy, Niels, Hugo und Didier. Zwanzig begeisterte Teilnehmende bildeten fünf kreative Gruppen: Zebras 🦓, Büffel 🐃, Orang-Utans 🦧, Waschbären 🦝 und Leoparden 🐆. Bereit für den Kalk von Orpierre!
Am Donnerstagabend trafen sich alle im Gîte. Man lernte Bergführer und Gruppe kennen und plante bereits den nächsten Tag. Selbstständigkeit prägte von Anfang an die Pädagogik: Die Teilnehmenden gestalteten die Tourenvorbereitung mit.

Ludovic, Bergführer des Teams Waschbären
Freitag: Einseillängen, Seiltechniken und Kartenkunde 🧗♀️🧭
Los ging es an Einseillängen: im Vorstieg klettern, Vertrauen in Bewegungen gewinnen und Mehrseillängen-Grundlagen kennenlernen oder wiederholen – Standplatz, Abseilen und Kommunikation. Fortgeschrittenere Gruppen übten bereits erste Abseilmanöver.

Erster Tag an Einseillängen

Seiltechniken mit Bergführer Ludo
Abends leitete das EDLM-Team mit einigen Bergführern einen Orientierungsworkshop: IGN-Karten, Peilungen und Orientierung. Anschließend suchten die Gruppen ein „verlorenes Paket“ allein anhand von Richtungsangaben. Die Büffel gewannen die Aufgabe!
Gemeinsam wurde auch gekocht. Mit Aperitif und Musik in der Küche wuchs das Gruppengefühl.

Geselliger Abend im Gîte
Samstag: erste Mehrseillängen und Tourenplanung 🧗♂️🧩
Alle Gruppen starteten in erste leichte Mehrseillängen mit höchstens zwei Seillängen. Der Fokus lag auf Seilabläufen: vor- und nachsteigen, Standplätze einrichten und abseilen. Die Bergführer begleiteten, beobachteten und ließen die Lernenden soweit möglich selbst handeln. Niels übte mit seiner Gruppe auch Seilaufstieg, Unterstützung eines Nachsteigers und simulierten Materialverlust. So wurden Zwischenfälle konkret und Selbstständigkeit praktisch trainiert.
Sonne und Eindrücke machten müde, doch zum Tagesabschluss wartete ein Workshop zur Tourenplanung. Der Bergführer hielt sich weitgehend zurück. Jede Gruppe plante Topo, Material, Startzeit und Rückzug für Sonntag und stellte den Plan vor, als würde sie selbst den Bergführer mitnehmen. Ein wirksamer Schritt zu Kompetenz und Vertrauen. 🧠📋

Die Waschbären präsentieren Ludo ihre Planung für den nächsten Tag
Sonntag: Eigenverantwortung und Sicherungen ⚙️
Zum Abschluss führten die Teilnehmenden in längeren Mehrseillängen mit bis zu sechs Seillängen. Abgeseilt wurde teils anspruchsvoll. Erfahrenere Gruppen übten außerdem, mobile Sicherungen zu legen, darunter Klemmgeräte und Klemmkeile, um Tradgelände unter Anleitung kennenzulernen.
Die Stimmung war konzentriert und zuversichtlich. Am Ende sprachen die Gesichter für sich: kein Unfall und viele strahlende Gesichter, dazu Bergführer, die über die Fortschritte in dieser kurzen Zeit staunten.

Zum Abschluss treffen wir Ludo und sein Team nach mehreren Abseilmanövern wieder
💬 Fazit: ein großer Schritt zur Selbstständigkeit
In drei Tagen wurden Vorstieg, Standplätze, Tourenplanung, Orientierung und erste mobile Sicherungen erarbeitet – in einer herzlichen, anspruchsvollen und unterstützenden Atmosphäre. Orpierre markiert einen wichtigen Übergang: vom Kursteilnehmer zum angehenden Alpinisten.
Die Gruppe ist zusammengewachsen, und das Abenteuer beginnt erst. 🏔️🔥
Diese Gesichter erzählen viel über das Wochenende in Orpierre …
